Wie erkenne ich einen Fake-Shop im Internet? :: ITv4.de
Wie erkenne ich einen Fake-Shop im Internet?

Online-Shops gibt es wie Sand am Meer, viele sind vom Namen her unbekannt aber bieten tolle Rabatte an. Doch werde ich meine Ware wirklich erhalten, wenn ich hier einkaufe? 8 Dinge, die man vor einer Bestellung bei einem unbekannten Shop prüfen sollte, zeige ich hier.


1. Website genau anschauen

Gibt es irgendwelche Auffälligkeiten beim Durchstöbern? Wie sieht es mit der Rechtschreibung und Grammatik der Texte aus? In meinem Beispiel findet sich ganz unten im Shop das Copyright-Symbol: "Mustermann Onlineshop". Scheinbar ist die Website eine einfache Shop-Vorlage, wo noch nicht einmal die Platzhalter ordentlich bearbeitet wurden. Auch ein Indiz dafür, dass hier etwas nicht stimmt.

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2. Impressum überprüfen

Jede Website muss über ein Impressum besitzen. Dieses befindet sich meistens ganz unten auf der Website. Ist überhaupt ein Impressum vorhanden? Wenn ja, wie sieht dieses aus? Sind alle notwendigen Daten vorhanden? Oft fehlt hier eine Kontaktmöglichkeit wie z. B. die Telefonnummer.

Wo hat die Firma ihren Sitz? Ist dieser trotz deutscher Website im Ausland, sollte man bereits stutzig werden.

Kannst du etwas im Internet zu dieser Firma finden?


3. Den Shop googeln und Kundenbewertungen lesen

Sieht das Impressum fürs erste gut aus, kann man ja einfach mal Erfahrungen von Anderen im Netz suchen. Oftmals kommen direkt Bewertungen von z. B. Trustpilot. In meinem Falle gibt es keinen richtigen Treffer zu dem Shop, nicht einmal den Shop selbst findet Google.

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4. Preise mit anderen Shops vergleichen

In Fake-Shops sind die Preise meistens so günstig, dass man direkt zuschlagen möchte. Sehr oft ist es dann auch nicht ein Artikel, der stark reduziert ist, sondern direkt das ganze Sortiment. Wie kommt das?

Eine Waschmaschine die für 260€, und bei einer seriösen deutschen Elektronik-Fachmarktkette für 395€ zu haben ist. Wie kann der Händler bei diesem Preis überhaupt noch selbst Gewinn machen? Hier stimmt etwas nicht.

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5. Zahlungsmöglichkeiten anschauen

Welche Zahlungsarten bietet der Shop an? Oftmals prahlen Fake-Shops mit allen gängigen Zahlungsmethoden, beim Bestellvorgang gibt es dann jedoch nur noch Kreditkarte oder Überweisung, da hiermit kein Käuferschutz existiert und das Geld nach dem Bezahlen weg ist. Seriöse Shops bieten unter anderem PayPal als Zahlungsmethode an.

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6. Verfügbarkeit prüfen

In vielen Fake-Shops steht überhaupt nichts zur Verfügbarkeit der Artikel bzw. sind alle Artikel unendlich vorrätig. Man kann problemlos die höchst mögliche Anzahl des Artikels in den Warenkorb legen und zur Kasse gehen. Ich glaube kaum, dass mein Shop über 100 Waschmaschinen vorrätig hat.

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7. Gütesiegel überprüfen, falls vorhanden

Um das Vertrauen zu erwecken, binden viele Fake-Shops Gütesiegel auf die Website ein. Bei einem seriösen Shop würde man per Klick darauf zu dem Betreiber des Siegels gelangen, nicht aber bei Fake-Shops.

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8. Kontakt mit dem Händler aufnehmen

Wenn du dir bis jetzt nicht sicher bist, ob es sich bei deinem Shop um einen Fake-Shop handelt, kannst du den Händler ja einfach mal kontaktieren. Oft heißt es ja, dass man sich bei Fragen einfach melden soll, man erhält schnell eine Antwort. Rufe am besten einfach einmal an, um mit einer Person sprechen zu können. Wird überhaupt eine Telefonnummer für den Support angeboten? Und ist diese wirklich gültig? Falls nicht, ist das merkwürdig und auch rechtlich nicht ok.

Eine E-Mail zu schicken kann auch nicht schaden. Oftmals bekommt man bei Fake-Shops keine Antwort oder wenn, nur in gebrochenem Deutsch oder auf Englisch.

Auch sollte man stutzig werden, wenn es heißt, es gibt einen 24/7 Support. Welcher Online-Shop ist denn rund um die Uhr am Arbeiten? In meinem rausgesuchten Fake-Shop heißt es dann im Impressum aber auch plötzlich, der Kundendienst ist nur von 09:00 – 18:00 Uhr erreichbar – von 24/7 ist hier keine Rede mehr.

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Was Opfer eines Fake-Shops tun können*

Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies meist noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten wie dem Lastschriftverfahren kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Auch hierzu muss man sich an seine Bank wenden.

Alle Belege für die Online-Bestellung sollten gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Rechtlich handelt es sich bei einer solchen Vorgehensweise um Betrug. Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen von der nächstgelegenen Beratungsstelle ihrer Verbraucherzentrale prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies ist auch online möglich.


* Quelle: Verbraucherzentrale.de


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EurenikZ

EurenikZ

Ich bin Janis, 22 Jahre alt und komme aus Frankfurt am Main. Aktuell mache ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Neben meinem vServer beschäftige ich mich viel mit Coden und meinen Webseiten. Zocken ist ebenfalls eine meiner Leidenschaften, mein Lieblings-Genre ist Battle Royale und Survival.


Zuletzt aktualisiert

07.06.2020