Möchte man eine oder mehrere Dateien unter Windows verstecken, kann man dies mit einem einfachen Archiv-Trick tun. Die Datei wird dabei an eine andere angehängt und fällt somit nicht weiter auf. Ich verwende für Demonstrationszwecke das Archiv-Programm 7-Zip.

7-Zip als Archivsoftware

Meine Anleitung funktioniert mit auch mit jedem anderen Packprogramm, ich verwende in meinen Schritten aber 7-Zip. 7-Zip ist ein kostenloses Archiv-Programm, welches von 7-zip.de heruntergeladen und installiert werden kann.

Vorbereitung

Öffne den Windows-Explorer und navigiere zum Eigene Dokumente Ordner. Kopiere hier deine Datei(en) hin, welche versteckt werden soll(en).

Die Dateien, welche versteckt werden sollen, müssen jetzt in ein Archiv gepackt werden. Wähle dazu die Datei(en) aus und tätige einen Rechtsklick auf eine der ausgewählten Dateien, um das Kontextmenü zu öffnen. Klicke auf den Eintrag 7-Zip Zu einem Archiv hinzufügen.

Im kommenden Fenster von 7-Zip kannst du dem Archiv noch einen Namen geben, z. B. Archiv, dieser ist aber relativ irrelevant. Viel wichtiger ist, dass du das Archivformat auf zip stellst. Außerdem sollte ein Passwort vergeben werden, um den Zugriff vor Dritten zu verhindern.

Klicke anschließend auf OK, um das Archiv zu erstellen.

Nun bedarf es noch einer Datei, welche als Tarnung dient. Denn in diese Datei wird das Archiv angehängt. Je nach Größe des Archivs eignet sich eine andere Art von Datei. Bei einem Archiv von mehr als 20 MB könnte man misstrauisch werden, wenn die Tarnungs-Datei mit 20 MB ein einfaches Bild ist. Hier würde sich eher ein Video anbieten.

Da meine Archiv-Datei nur wenige Kilobyte groß ist, habe ich mich für ein Foto einer Stadt entschieden.

Datei verstecken

Starte die Eingabeaufforderung. Öffne dazu das Startmenü von Windows und gib in der Suche cmd ein. Öffne den Suchtreffer Eingabeaufforderung.

Standardmäßig befindest du dich jetzt im User-Verzeichnis des angemeldeten Windows-Benutzers. Der Einfachheitshalber habe ich meine Dateien in Eigene Dokumente-Ordner und kann mit diesem Befehl dort hinein navigieren:

cd Documents

Nun wird der copy-Befehl mit dem Parameter b verwendet, um die Archiv-Datei an das Foto der Stadt anzuhängen:

copy /b city.jpg + Archiv.zip stadtbild.jpg

city.jpg ist meine originale Tarnungs-Datei. Archiv.zip ist das von mir erstellte Zip-Archiv mit 7-Zip. stadtbild.jpg ist die Datei, welche jetzt aus beiden Dateien zusammen erzeugt werden soll.

Nachdem der Befehl abgesetzt wurde, wurde eine neue Datei namens stadtbild.jpg angelegt. Die Dateien city.jpg und Archiv.zip sowie den Inhalt, welcher sich jetzt im Archiv befindet, kannst du jetzt theoretisch löschen.

Die erstellte stadtbild.jpg kann problemlos geöffnet werden, sie zeigt das Bild der city.jpg. Einem normalen PC-Nutzer würde nicht auffallen, dass sich in dieser Bild-Datei noch eine Archive-Datei befindet.

Versteckte Dateien entpacken

Normale Archive lassen sich – wie auch beim Erstellen – per Rechtsklick über das Kontextmenü wieder entpacken. Da es sich aber um eine .jpg handelt, erscheint diese Möglichkeit nicht im Kontexteintrag. 7-Zip weiß ja nicht, dass es eine Archiv-Datei ist.

Öffne über das Startmenü von Windows den 7-Zip File Manager. Navigiere hier zum Eigene Dokumente-Ordner.

Wähle die stadtblick.jpg aus und klicke in der oberen Menüleiste auf Entpacken.

Klicke im neuen Fenster auf OK. Die stadtblick.jpg wurde jetzt wie eine Archiv-Datei behandelt und der Inhalt wurde entpackt. Im Eigene Dokumente-Ordner befindet sich jetzt der Inhalt des Archivs.

Wie funktioniert das?

Wie kann es sein, dass sich die getarnte Datei immer noch als Bild öffnen lässt, obwohl sie ein Bild und zusätzlich ein Archiv-Paket beinhaltet?

Das ist ganz einfach: Das Programm, welches das Bild anzeigt, schaut sich den Header der Datei an. In dieser steht am Anfang, dass es sich um eine Bilddatei handelt. Am Ende des Quelltextes des Bildes steht geschrieben, dass die Bilddatei jetzt fertig ist. Mehr wird von dem Programm also nicht beachtet. Es weiß also gar nicht, dass die Datei noch längst nicht am Ende ist, und noch eine Archiv-Datei folgt.

7-Zip, bzw. jedes andere Archiv-Programm auch, geht genau den umgekehrten Weg: Zum Entpacken sucht sich das Programm am Ende diese Informationen. Ziemlich am Anfang der Datei – also kurz nach Ende der Informationen für das Bild – befindet sich dann die Information, dass das Archiv jetzt fertig ist.

Daher können beide Dateien in einer Datei zusammen problemlos existieren.

Das Ganze kann man auch selbst einmal umsetzen: Mit beispielsweise Notepad++ kann man sich den Quelltext von Dateien gut ausgeben lassen.

Beim Dateityp .PNG beispielsweise befindet sich im Quelltext am Anfang das Wort PNG, am Ende steht immer END für Ende. Egal was du an das Ende dieser Datei jetzt schreibst, das Bild lässt sich weiterhin problemlos öffnen. Es entstehen keinerlei Bildfehler oder dergleichen, lediglich die Dateigröße wächst sinnloserweise.

Bei Fragen oder Anregungen freue ich mich natürlich über eure Kommentare.

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Über mich

Ich bin Janis (aka. EurenikZ), 25 Jahre alt und komme aus der Nähe von Frankfurt am Main. Ich habe eine abgeschlossene IHK-Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration und arbeite als Junior IT-Administrator in einem IT-Systemhaus. Neben meinem IT-Blog beschäftige ich mich viel mit diversen IT-Themen und meinen Webseiten sowie Telegram Bots und biete IT-Dienstleistungen an.

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